· 

Angewandter Veganismus - Die Initiative

Vor einiger Zeit fingen wir an, zu überlegen, was man machen könnte, um dem Veganismus zu helfen. Nicht gegen die Politik, nicht gegen fanatische Antiveganer, nicht gegen Fleischkonzerne, nicht gegen schlecht recherchierte Medien –  sondern gegen Veganer selbst. 

Warum das?

Jeder Kampf, an jeder Front, ist wichtig – ob gegen die Politik der Landwirtschaft oder besagte Medien, aber es stellt sich die Frage: Wer kämpft da eigentlich?

Kämpfen DIE Veganer? – oder kämpfen einzelne Personen und Verbände, die jeweils eine Community an sich binden, recht separiert für sich? – Können diese wirklich nachhaltig etwas bewegen?

Wer einige Monate auf den sozialen Netzwerken unterwegs ist, stellt vor allem eines fest: Es gibt nicht DIE vegane Community, sondern eine extrem heterogene, teilweise widersprüchliche, gegensätzliche und sogar in sich feindliche Masse an Menschen, die oft sogar große Definitionsunterschiede des Veganismus pflegen. So, wie auch die bestehenden politischen Tierschutz- und Veganparteien nicht zueinander finden, finden die vegan lebenden Menschen nicht zu einem Konsens.

Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass recht vage Ideologien verschieden ausgelegt, interpretiert und gelebt werden. Politische Parteien können da ein Lied von singen. Innerhalb einer Partei gibt es "linke" und "rechte" Lager, Bewegungen, Strömungen und brutale Machtkämpfe. Aus der meist ideologischen Idee der Partei wird ein egomanischer Selbsterhaltungstrip. 

Im Veganismus ist das ganz ähnlich. Viele suchen sich ihre Sparte – die einen präferieren Rohkost, die anderen finden ihr Heil im pazifistischen Glauben; wieder andere sind auf dem Selbstoptimierungstrip und schielen nach den neusten Instagramposts. Andere schwelgen in antikapitalistischen Fantasien, wieder andere wollen bei dem "Trend" einfach mal mitmachen und natürlich wollen nicht wenige schlicht Kohle scheffeln. Sie inszenieren sich als Gurus, verkaufen Parasitenkuren, Verschwörungstheorien und Onlinekurse. Jeder, der nicht bei drei auf dem nächstens Strauch ist, wird heutzutage ein "Personal Coach". 

Und ja, natürlich gibt es auch die, die den Veganismus ethisch, integer, altruistisch, rational ausleben. Doch, wie viele sind das wirklich, und was können sie erreichen?

Wer als Veganer auf sachliche Fakten pocht und die vielen, vielen Millionen Facebook-Posts kritisiert, die Unwahrheiten postulieren, gilt schnell als "Antiveganer" und hält sich nicht lange in den Gruppen. 
Wir selbst haben sicher mehr Veganer auf der "Blockliste", als Antiveganer. Das sind alles Leute, die eigentlich gemeinsam mit uns kämpfen müssten... 

Sollte man nun über die Unterschiede innerhalb der Community hinwegsehen und sich einfach zusammenraufen? – Das ist ein komplexes Thema. Wir bedienen uns da gern der Metapher des Hausbaus. Wenn ein Haus auf ein brüchiges Fundament gebaut wird, wird es nicht lange halten. 
Was das bedeutet, sieht man regelmäßig, wenn Veganer mal wieder öffentlich bekunden, aus diesen oder jenen gründen nicht mehr vegan zu leben. Ob es nun bekannte Personen sind, wie z.B. Christoph Maria Herbst, oder "Influencer" wie aktuell Yovana Mendoza, die für viel negative "Veganwerbung" sorgte, nur weil sie durch viel zu langes Fasten und jahrelange exzessive Kalorienreduktion Raubbau an ihrem Körper betrieben hatte und nun, durch Fisch, angeblich wieder zu Gesundheit kommt. Schundblätter- und Seiten wie Spiegel Online schlachten das natürlich nur allzu gern aus. 


Wenn Veganer also Unfug von sich geben, wissenschaftlich nachweislich falsche Behauptungen aufstellen, Fakenews posten oder verschwurbelte Esoterik mit dem Veganismus verbinden, schadet das der Bewegung. Dies nützt den Tieren nichts. Den Tieren nützt nur, wenn wir den Veganismus als das medial aufarbeiten, was er ist: eine rationale, vernünftige, ethische Lebensführung.
Der Veganismus definiert sich nicht über die Sexyness der Veganer; nicht über Klickzahlen; nicht über Spiritualität; nicht über gesundheitliche Aspekte, sondern einzig und allein über das Vermeiden von Leid. Wenn wir Leid vermeiden, wo es uns machbar und möglich ist und wir mit vernünftigen, sachlichen Argumenten in den öffentlichen Dialog treten, helfen wir den Tieren aktiv. Alles andere spaltet, verwässert und baut Nebenkriegsschauplätze auf. 

Wenn wir nicht faktisch sauber und seriös auftreten werden wir nicht ernst genommen und werden keinen Einfluss auf die Politik und bestehende Gesetze haben. 
Aus diesem Grund gründeten wir die Gruppe und Initiative "Angewandter Veganismus". Wir möchten die ethischen, seriösen, veganen Medienschaffenden zusammenführen und deren Arbeiten in einer Gruppe bündeln. Eine Plattform, wo sich Neuveganer, Neugiere und auch Veteranen sicher sein können, dass sie sauberen, vernünftigen Content bekommen und Gleichgesinnte treffen.
Wenn solch vegane Community wächst, steht sie für einen Veganismus, der von den Medien kaum noch anzugreifen ist – wir haben die Argumente auf unserer Seite. Wir haben die Wissenschaft, haben die Forschung auf unserer Seite. Wir brauchen keine Fake-News, keine emotionalisierten Memes, keine Esoterik um genügend stichhaltige Argumente für eine vegane Lebensführung zu haben und Tierrechte zu stärken.

Wie unterscheidet sich nun diese Gruppe, diese Initiative, von anderen, bereits bestehenden Gruppen?
Bei uns solidarisieren sich die veganen Medienschaffenden, es ist also auch ein Netzwerk. Wir überprüfen den Content unser Mitglieder und nehmen nur die Kanäle, Produzenten und Blogs auf, die zu uns passen. Jeder freigeschaltete Beitrag wurde zuvor gesichtet.

Tretet der Gruppe bei, teilt den Hashtag #AngewandterVeganismus, teilt dieses Video, den Text zum Video, ladet Bekannte und Freunde ein, damit die Bewegung wachsen kann. 

Die Medienschaffenden können ihre eigenen Communitys einladen, können unter ihren Blogs, Videos, Podcast verlinken und ihre Beiträge in der Gruppe teilen. Eure Hilfe ist wichtig, ohne euch kann das Projekt nicht gelingen. 

Wenn es sich aber gut entwickelt, kann solch Netzwerk dem Veganismus als Bewegung nur helfen. Vielen Dank an alle, die schon dabei sind... wer das ist und noch viele weitere Informationen findet ihr in den Links. 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0