Der Veganismus hat ein Problem. Auf der einen Seite finden wir bei Veganern durchweg den Konsens, dass Tiere nicht für menschliche Belange gequält und getötet werden dürfen. – Die Tierethik, so sollte man meinen, versammelt hinter sich die Tierschützer, und diese sind natürlich alle vegan, oder streben es zumindest an.
Dem ist aber leider nicht so, denn wie überall in der Gesellschaft, ist eine Gruppierung nur selten - oder gar niemals - homogen.

Allein schon bei der Definition des Veganismus gehen die Meinungen auseinander. Für einige ist eine pflanzliche Ernährung gleich einer veganen Ernährung.
Für andere ist Tierliebe gleich Tierethik.
Und wieder andere glauben, die Ethik an sich hat mit dem Veganismus nichts zu tun, da auch „Gesundheitsveganer“ vegan leben könnten…

Man kann kaum genug Fantasie aufbringen, um all die Strömungen und Haltungen, Meinungen und Interpretationen zu berücksichtigen und noch unmöglicher scheint es, all diese unter der Überschrift „Veganismus“ zusammenzufassen.

In diesem Konglomerat der (pseudo-) veganen Gesellschaft scheint ein Konsens ausgeschlossen. Darüber hinaus wächst der Schaden, der aus dieser Uneinigkeit heraus entsteht. So wie überall, versuchen Menschen, eine Sache, eine Idee, eine Philosophie zu instrumentalisieren.
Selbsternannte Gurus versetzen den Veganismus mit Esoterik, mit Spiritualität und Pseudowissenschaften. Sie erschaffen eigene Konstrukte, in denen Kuriositäten, wie „außerirdische Parasiten“, „Lichtnahrung“, Astralreisen oder auch politisch rechtsextreme Gesinnungen bis zum Antisemitismus Einzug halten.

Das alles ist zum einen weit entfernt von jeglicher rationaler Ethik, zum anderen steht es einer seriösen Wissenschaft entgegen, und es spaltet eine Gemeinschaft, die es im Grunde nie gab, und die Gefahr läuft, nie entstehen zu können.

Und bei all dem kommen die zu kurz, um die es geht: Die Tiere.

Der Titel „Angewandter Veganismus“ wurde gewählt, da er eine Nähe zur sachlichen Wissenschaft und Philosophie transportiert.

Wenn wir den Veganismus nicht rational und logisch besprechen, leben und kommunizieren, verpassen wir es, eine effektive Gemeinschaft zu bilden und in die Politik und politische Gestaltung Einzug zu halten.

Der Veganismus möchte Tiere schützen - Veganer möchten Tiere schützen. Wenn dies die Intention ist, und das Ziel eine vegane Gesellschaft, müssen wir analytisch den Lösungsweg beschreiben. Dies kann nur mit der Politik gemeinsam funktionieren. Und das zwingt uns, alles Esoterische und Spirituelle, überhaupt alles Unwissenschaftliche, über Bord zu werfen. Den Tieren hilft dies alles nicht und der Bewegung schadet es aktiv.

Ein erster Schritt ist es, eine Gruppe von Aktivisten zu bündeln, die sich für den ethischen, wissenschaftlichen, rationalen Veganismus einsetzen. Viele Blogger, V-Logger, Autoren, Wissenschaftler, Influencer sind Einzelkämpfer - ihnen steht eine große Zahl „Esoterik-Veganer“ gegenüber, die in Punkto Klickzahlen, Abonnements und medialer Resonanz noch überlegen sind. 

 

Der größte Gegner des Veganismus, sind die Veganer selbst. Nur, wenn ein ernstzunehmender Konsens vorliegt, kann der Kampf gegen politische und gesellschaftliche Strukturen überhaupt erst aufgenommen werden. Eine in sich zerrissene Gruppe kann nicht genug erreichen.

Die ersten Schritte sind folgende:

1. Medienschaffende sammeln sich in einer Facebookgruppe, und werden dort als Moderatoren gelistet. Diese müssen nicht alle dort aktiv sein - aber durch ihren Namen beziehen sie Stellung.

2. Auf einer Homepage wird auf diese Gruppe verwiesen, und die Medienschaffende werden gelistet und verlinkt.

3. Diese Übersicht kann jeder Medienschaffende auf seiner eigenen Website führen - dafür bedarf es keiner exklusiven Website. Das wäre sicher später einmal toll, aber nicht zwingend für den Anfang.

4. Jeder Medienschaffende bewirbt die Gruppe und Bewegung - unter Blogtexten, Videos, Podcasts kann stets ein Link (und Hashtag) zur Gruppe gesetzt werden. Wenn jeder seine Community mobilisiert, kann die Gruppe entsprechend schnell groß werden. Sie ist der Grundstein.

5. Alle Medienschaffenden verlinken in der Gruppe ihre Arbeiten… dies ist natürlich auf der einen Seite gut für die jeweiligen Klickzahlen, auf der anderen Seite fördert es die Bewegung als Gemeinschaft.

6. Wer als Medienschaffender akzeptiert wird, entscheiden die bestehenden Mitglieder. Alle neuen Mitglieder werden in einem Gruppenchat besprochen und dann ebenfalls zu Moderatoren. Wer selbst nicht bei Facebook aktiv sein möchte, kann einen Vertreter auswählen.
Moderatoren brauchen nicht aktiv moderieren - es langt, wenn sie ihre Arbeiten posten und mit ihrem Namen hinter der Bewegung stehen.

7. In der Gruppe kann alles zum Thema Veganismus, Tierschutz, Tierethik, Naturschutz, Umwelt, Ökologie oder Ernährung geteilt werden, so lange es eine solide, förderliche Grundlage hat, oder von allgemeinem Interesse ist.

7.1 Auch ein schlechter/negativer Artikel von z.B. „Spiegel online“ kann gern geteilt werden, da es von Interesse ist, was durch die Medien geistert.

7.2 Nicht gewünscht sind Artikel, die Esoterisches oder Spirituelles bewerben - dazu gehört Homöopathie, Bachblüten, Impfkritik etc.

7.3 Der Veganismus ist politisch zwar schwer zuzuordnen, aber da "Leid am Lebewesen" vermieden werden soll, schließt er strikt Diskriminierungen, Rassismus und Sexismus aus. Dieser Ausschluss umfasst alle rechtsextremen Bewegungen, inklusive der AfD und der Identitären Bewegung. 

7.4 Der Veganismus basiert auf Ethik. Gesundheitliche Vorteile sind nur interessant, wenn wissenschaftlich seriös belegt.

7.5 Wirtschaftlicher Handel und Landwirtschaft gehören zum Veganismus untrennbar dazu, weshalb Themen wie Fairtrade, und biologische Landwirtschaft sehr wichtig sind. Shops und Produkte dürfen nur beworben werden, wenn sie über mindestens ein Bio-Label verfügen oder nachweisbar nachhaltig wirtschaften.

7.6 Das Teilen von Beiträgen ist ausdrücklich gewünscht - nicht nur von den Moderatoren. Letztere geben nur passende Beiträge frei. Wird ein Beitrag nicht frei gegeben, bitten wir, es nicht persönlich zu nehmen - es gab sicher einen Grund dafür. Fragt gern nach…

7.7 Wer einen passenden Medienschaffenden kennt, wendet sich bitte an Moderatoren, damit wir Kontakt aufnehmen können.

8. Der Hashtag #AngewandterVeganismus darf gern immer wieder gesetzt und verbreitet werden. Das verbindet dann die Seiten und Medien zusätzlich.


9. Ist die FB-Gruppe weiter gewachsen, und gewinnen die YouTube-Kanäle und Blogs, Podcast und Instagram-Seiten an Zugriff, planen wir erste politische Projekte… dazu werden wir dann zu gegebener Zeit konkreter.